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Grußwort Undine Kurth, 7.8.2004

Undine Kurth MdB, Bündnis 90/Die Grünen, tierschutzpolitische Sprecherin
Grußwort für die Initiative zur Abschaffung der Jagd
Großdemonstration am 7. August 2004 in Berlin

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Großdemonstration zur Abschaffung der Jagd!

Das seit Jahrzehnten nahezu unveränderte deutsche Jagdrecht bedarf dringend einer Modernisierung. Leider stehen heute immer noch wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte im Vordergrund jagdlicher Praxis. Wir verfügen aber heute über neue Erkenntnisse zum Natur- und Tierschutz. Das Bundesjagdgesetz hat sich nicht – wie der Deutsche Jagdschutz-Verband behauptet – bewährt, sondern ist anachronistisch geworden, seine Regelungen sind weder auf der Höhe der Zeit, noch finden sie Akzeptanz in der Gesellschaft.

Umfragen zeigen uns, dass in der Bevölkerung ein Umdenken längst stattgefunden hat, nun muss die Jägerschaft nachziehen.

Nicht die „Strecke“ darf das Denken der Jäger dominieren, sondern die Interessen von Wild und Wald. Tierschutzwidrige Jagdpraktiken sind überholt und widersprechen dem hohen Stellenwert, den der Tierschutz heute in Grundgesetz und öffentlichem Bewusstsein einnimmt.

Zum Beispiel hat die ‚Lizenz zum Töten’ von Haustieren rein gar nichts mit der Jagd zu tun. Frei laufende und so genannte „verwilderte“ Katzen und Hunde aber sehr viel mit dem Versagen von Menschen. Wir können und dürfen Tiere nicht dafür bestrafen, dass der Mensch nicht Acht gegeben hat oder dass verantwortungslose Mitbürger ihre Haustiere aussetzen, weil sie ihrer überdrüssig wurden. Unser bündnisgrüner Entwurf eines neuen Jagdrechts sieht ein eindeutiges Verbot für das Töten von Katzen und Hunden vor.

Die Jagd auf Beutegreifer ist weit überwiegend unnötig und mit dem Artenschutz unvereinbar. Anderslautende Argumentationen laufen bei näherem Hinsehen ins Leere, geht es den Jägern doch zumeist um den Schutz ihrer Jagdstrecke vor Konkurrenten wie dem Fuchs. Gefährdete Arten sind nicht durch natürliche Feinde bedroht, sondern durch die massiven Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt. Die so genannte „Hege“ muss sich daher vor allem als Schutz, Verbesserung und Wiederherstellung von Lebensräumen gefährdeter Arten verstehen.

Tierquälerische Jagd- und Fangmethoden lehnen wir Grünen grundsätzlich ab. Totschlagfallen sind zu verbieten, der Einsatz von Lebendfallen auf streng zu definierende Ausnahmefälle zu reduzieren.

Die Koalitionsvereinbarung zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der SPD sieht eine Novellierung des Bundesjagdgesetzes vor. Diese Vereinbarung gilt, daran lassen wir keinen Zweifel. Unsere Fraktion hat sich umfassend auf dieses Vorhaben vorbereitet. Leider müssen wir feststellen, dass die SPD-Fraktion immer wieder durch wenig ermutigende Stellungnahmen auffällt. Derzeit ist die Bereitschaft der SPD, die überfällige Novellierung des Bundesjagdgesetzes anzupacken, sehr gering. Wir alle sollten sie deshalb energisch an ihr Versprechen erinnern und sie davor warnen, sich dem Druck der Jagdlobby zu beugen und zu versuchen, die Koalitionsvereinbarung zu unterlaufen.

Wir müssen entschieden die sich gerade jetzt bietende Möglichkeit nutzen, im Bundesjagdgesetz den Grundsatz zu verankern, dass Tiere als Mitgeschöpfe zu achten und vor vermeidbarem Leid zu schützen sind!



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Grußwort Undine Kurth 4.12.2004 / Tierschutzverein Grenzenlos e.V.