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Bernhard Fricke zum Abschuss von "Bruno"

Pressemitteilung 10. Juli 2006

Braunbär Bruno und kein Ende

Freistaat Bayern gegen Italien: Wer spielt falsch?

Trifft die italienische Regierung eine Mitschuld am Tod von Braunbär Bruno wegen verweigerter Rücknahme? Bärenanwalt für Bayern und Klagerecht für Umwelt- und Naturschutzverbände gefordert: DaGG-Vorsitzender, Rechtsanwalt Bernhard (= der Bärenstarke) Fricke, zur kostenlosen Übernahme dieser Aufgabe bereit. Besseres Bären-Management zwischen Bayern, Österreich und Italien gefordert, damit Brunos sinnloser und gewaltsamer Tod wenigstens für ein besseres Überleben seiner wanderungswilligen Artgenossen beiträgt. „Falls die italienische Regierung unsinnigerweise die Rücknahme des lebendigen Braunbären Brunos laut Auskunft des bayerischen Umweltministeriums verweigert hat, trifft sie eine Mit­schuld an seinem Tod. Die Protestaktionen bei der EU und das Auslieferungsverlangen der Gebeine des toten Braunbären bekommen einen schalen Beigeschmack und müssten dann als pure Heuchelei bezeichnet werden. Das soll aber keinesfalls davon ablenken, dass die Hauptverantwortlichkeit für seinen gewaltsamen Tod beim Freistaat Bayern liegt, der erst einen roten Teppich für ihn ausgebreitet und nur wenig später zum Entsetzen der Öffentlich­keit sein Todesurteil unterzeichnet hat. Die Würde von Bruno gebietet es, dass keine weiteren regionalen, nationalen oder internationalen Intrigenspiele um seinen Tod inszeniert werden. Der Sachverhalt muss vollständig aufgeklärt, die Schuldigen benannt und ggf. bestraft werden.“, so der Vorsitzende von DaGG, Bernhard Fricke.
Bruno sei es wahrscheinlich ziemlich egal, wo seine sterblichen Überreste begraben werden. Wenn die Informationen des bayerischen Umweltministeriums richtig sind, haben ihn, den freiheitsliebenden und unangepassten Jungbären weder die Italiener noch die Bayern haben wollen. Die Zuspitzung der Diskussion, wem Bruno eigentumsrechtlich gehöre, sei absurd, denn Bären und andere wilde Tiere gehören niemandem außer sich selbst oder ihrem Schöp-fergott. Der gewaltsame Tod von Bruno habe sehr deutlich gemacht, dass Bären, wie auch andere Tiere, nach der derzeitigen Rechtslage noch immer weitgehend schutzlos sind; sie werden nach wie vor als „Sache“ behandelt. Es sei dringend geboten, dass die Umwelt- und Naturschutzverbände endlich ein Klagerecht auch für wilde Tiere erhalten, damit die Möglichkeit besteht, private oder behördliche Übergriffe gerichtlich zu verfolgen. Bei der Diskussion um Brunos angebliche Gefährlichkeit, die sich allerdings niemals in auch nur einer einzigen gefährlichen Situation gegenüber einem Menschen gezeigt habe, sei auffallend, dass ein Bär, der seiner Natur entsprechend aus Überlebensgründen töten muss, sehr schnell als „wilde Bestie“ bezeichnet wird, wohingegen ein Jäger, der gleiches, allerdings ohne Not tut, sogar noch mit dem Segen der Kirche rechnen könne.
„Das Motto von David gegen Goliath lautet: ‚Nicht reden, sondern handeln‘. Wir haben uns deshalb nie darauf beschränkt nur zu kritisieren, sondern wir haben immer auch konstruktive Verbesserungsvorschläge gemacht, deshalb habe ich mich nach reiflicher Überlegung, zumal mich mit Bären von Kindesbeinen an eine besondere Sympathie und Achtung verbindet, bereit erklärt, in Bayern ehrenamtlich die Rolle des ersten Bärenanwaltes zu übernehmen, um damit auch den Bären als sein ausdrücklicher Fürsprecher einen besseren Schutz angedeihen zu lassen.“, so Bernhard Fricke.
Er habe seine Bereitschaft zu seiner Aufgabe dem Bayerischen Umweltminister, Dr. Werner Schnappauf, in einem kurzen Schreiben mitgeteilt.



Pressemitteilung

04.07.2006


David gegen Goliath fordert: Mahnmal für den ermordeten Braunbären Bruno vor dem für Artenschutz zuständigen Bayerischen Umweltministerium am Rosenkavalierplatz:
500 Euro als Initialzündung zur Verfügung gestellt – Spendenaufruf zur weiteren Unterstützung
"Das von DaGG initiierte Bären-Mahnmal vor dem für Artenschutz zuständigen Umweltministerium soll die unserem Schöpfergott und dem Volk verantwortlichen Bayerischen Artenschützer täglich daran erinnern, dass ihre Aufgabe Artenschutz und nicht Artenvernichtung ist. "Bruno hat mit seinem medienwirksamen, zur Fussball-WM getimeten Erscheinen, wie aus einer anderen Zeit und Welt, mit seinem unbändigen Freiheitsdrang, seiner wilden Unbezähmbarkeit, seiner Würde, Schönheit und Intelligenz die Herzen vieler Menschen ganz tief berührt. Bruno war der totale Kontrapunkt zu einer durchreglementierten, rundum kontrollierten, scheinbar geordneten, auf Ruhe und Sicherheit bedachten, von allen natürlichen Bezügen abgeschnittenen Kunstwelt ohne Maß und Gleichgewicht. Sein Tod hat nur dann einen Sinn, wenn alle beteiligten Personen und Behörden daraus etwas lernen und mit Sicherheit nachfolgende Bären künftig eine realistischere Überlebenschance in Bayern haben. Das Erscheinen von Bruno sollte uns vor allem aber auch zu der Frage führen: "Nicht - wer schützt den Menschen vor dem Raubtier Bär, der gelegentlich aus Überlebensnotwenigkeit tötet, sondern wer schützt den Menschen vor dem Menschen; dem größten aller Raubtiere, die unser Planet hervor gebracht hat: denn der Mensch ist das einzige Wesen, das massenhaft bis zur Ausrottung aus Lust und Grausamkeit andere Tiere und Menschen tötet," so DaGG-Vorsitzender Bernhard Fricke.



Per Telefax: 9214-3497
An das Bayerische Umweltministerium
Abteilung für Artenschutz
Herrn Lorenz Sanktjohanser
München 30.06.2006

Abschuss des Braunbären Bruno

Sehr geehrter Herr Sanktjohanser,
in vorbzeichneter Angelegenheit hatten wir am Dienstag, den 27.06.2006 ein ausführliches Telefonat geführt über die Problematik des von mir, von den meisten meiner Freunde und von vielen Bürgern lebhaft kritisierten Abschuss des Braunbären Bruno. Dabei war eines Ihrer Argumente zur Rechtfertigung des Todesschusses, dass Bruno angeblich nicht mehr von seinem "Heimatland" Italien zurückgenommen werden würde. Dieses Argument hat uns bisher von einer öffentlichen Kritik abgehalten. Dies sei auch einer der Gründe gewesen, einen gezielten Todesschuss den Vorrang vor einem Betäubungsschuss zu geben. Offensichtlich hatten die beauftragten Todesschützen noch nicht einmal Munition für einen Betäubungsschuss dabei, obwohl dieser in der geschilderten Situation erfolgversprechend hätte angebracht werden können.
Wie ich gestern den Medien entnehmen konnte, haben die zuständigen italienischen Behörden nachhaltig gegen den Abschuss von Bruno protestiert, weil er zu einem von der EU geförderten Bären – Integrationsprojekt gehört hat. Danach wäre jederzeit eine Rückführung von Bruno nach Italien möglich gewesen.
Dieser neue Sachverhalt steht im grassen Widerspruch zu Ihren Äußerungen, die Sie mir gegenüber gemacht haben.
Ich darf Sie deshalb um eine sehr kurzfristige Stellungnahme bitten, weil ich verständlicherweise ganz erheblich irritiert bin.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Fricke
Vorsitzender David gegen Goliath e. V.



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Helmut F. Kaplan, Bruno-Demo am Schliersee / TATORT WALD, 5.11.2005