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TATORT WALD, 5.11.2005

Rudolf Pohlenz:

Rede bei der 50. Anti-Jagd-Demo am 5.11.05


Liebe Tierfreunde und Demoteilnehmer!

Zunächst einmal möchte ich an diese Stelle Herrn Kurt Eicher sowie den vielen Helfern danken, die durch ihre konsequente Handlungsweise, hier in Berlin jeden Monat einmal diese Veranstaltung organisieren.
Heute ist ein Jubiläum, mit der 50, Anti-Jagd-Demo in Folge Und ich möchte nur sagen: Gratulation und weiter so!

Auch ich bin erst aufgrund schlechter Erfahrungen mit Jägern zu einem aktiven Jagdgegner geworden.
Unser kleiner Kater „Moses“ wurde durch einen streunenden Jaghund gerissen, und das keine 150 Meter von seinem zu Hause. Er durfte nur 15 Monate alt werden

Nachdem ich angefangen hatte das Thema Jagd zu durchleuchten, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieses Spaßtöten nicht mehr in unsere Welt gehört, sondern eher in ein Museum.
Mir war gar nicht bewusst, was sich hier für üble Abgründe menschlicher Grausamkeit auftun.

So habe ich auch festgestellt, dass es in unserem Land noch lange nicht dasselbe ist, wenn zwei das gleiche tun:

Wenn auch der Artikel 1: der Menschen- u. Bürgerrechte, zum Beispiel besagt:
Die Menschen werden FREI und "GLEICH" an Rechten geboren und bleiben es.

Und der Artikel 3 des Grundgesetzes mit ähnlichem Inhalt lautet:
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
So widersprechen die heute gültigen Jagdgesetze diesem Gleichheitsprinzip aber ganz massiv.---

1.) Im deutschen Tierschutzgesetz steht geschrieben:
"Es ist verboten ein Tier auf ein anderes zu hetzen"

Aber genau das passiert täglich bei der Hundeausbildung der Jäger..
Hier werden Hunde auf Enten gehetzt die vorher flugunfähig gemacht wurden, damit der Hund etwas lernt.
Auch mit vorher gefangenen Katzen werden diese Hunde ausgebildet.
Hier sollen die Hunde das so genannte Todwürgen lernen.
Todwürgen bedeutet: der Hund beißt dieser Katze die Kehle durch.
Ich werfe unseren Politikern vor: Sie unterstützen Tierquälerei!

2.) So ist es z.B. auch jedem „Normal-Sterblichen“ verboten, seinem Hund vom Tierarzt die "Wolfskralle" entfernen lassen. Dies stellt eine Amputation dar.
Bei Jagdhunden allerdings ist das das Abtrennen des Schwanzes erlaubt, weil es angeblich die Brauchbarkeit des Tieres fördert.
Man bedenke einmal den Begriff „Brauchbarkeit“
Ich sage unserer Politik dazu: Wieder unterstützen Sie Tierquälerei!

3.) Unsere Grünröcke sehen es nicht gern, wenn Hunde im Wald ohne Leine herumlaufen. Der „Heger und Pfleger“ darf dann schießen und tut es auch
Die Jägerschaft hingegen darf ihre Hunde "im Zuge der Jagd" frei und unkontrolliert laufen lassen. Und hier haben wir es mit Hunden zu tun, die auf das Töten andere Tiere abgerichtet sind. Sie reißen alles, was sie bekommen.
Ich sage unseren Politikern dazu : Schafft die Jagd ab!

4.) Aus sinnvollen Umweltschutzgründen verzichten die Autofahrer auf Blei-Gewichte an den Reifen und zahlen den dreifachen Preis für Zink.
Nur was passiert hier im Vergleich mit den Jägern?
Jährlich werden hier von diesen Killern 1000 Tonnen hochgiftiges Blei in unserer Umwelt verteilt. Die ersten tödlichen Vergiftungen die auf den Bleimüll der Jäger zurückzuführen sind, finden wir bereits in unserem Seeadlerbestand
Ich sage unseren Politikern dazu: Verbieten sie diese Umweltsauerei!

5.) Ein weiterer Gedankengang zu der Munition ist der, das zum Beispiel bei Polizei, Grenzschutz sowie Bundeswehr jede Patrone gezählt und registriert wird.
Hier wird absolute Rechenschaft über Verbrauch und Verbleib gefordert.
Bei der Jägerschaft ist das mal wieder anders.
Hier kann jeder Jäger mit seiner Munition umgehen wie er will.
Er braucht keine Rechenschaft abzulegen wie viel er verbraucht hat und wofür. Ist es dann noch verwunderlich das jedes Jahr zahlreiche Gewehre mal eben so als Gestohlen gemeldet werden??
Was hier für eine herrliche Möglichkeit sich seinen Waffenschrank zu füllen

6.) Was würde Ihr Nachbar sagen, wenn Sie auf seinem Grundstück ein Bauwerk errichten? Zum Beispiel einen Hochsitz?? Der Hochsitz ist längst von der Sache zum "Bauwerk" mutiert.
Dies dürfen die Jäger ohne "Baugenehmigung" und oder Erlaubnis des Grundeigentümers einfach erstellen.
Der Europäische Gerichtshof sprach hierzu bereits ein Urteil gegen diese Regelung aus. Aber unsere Politik übernimmt dieses Urteil nicht
Ich sage der Politik hierzu: Schluss mit den Privilegien für Jäger!

Man erkennt schon, nur an diesen wenigen Punkten, das hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Dieser Privatclub von schiesswütigen alten Männern hat sich eine Lobby geschaffen, die es zu zerschlagen gilt.
Wir brauchen keine vermeintlichen Biotopverbesserer und Nistkastenbauer die nur aus Heuchelei nach vorne hin öffentlich was errichten um gut dazustehen und hintenrum heimlich soviel anderes kaputtmachen.

Wir leben nicht mehr unter Göring und deswegen brauchen wir auch diese alten Gesetze nicht. Was wir brauchen ist eine Gesetzgebung die sich am Tierschutz orientiert, die Bedürfnisse der Natur erkennt und respektiert,
Wir sind mehr bereit die Alleingänge von diesen bewaffneten Psychopathen, zu akzeptieren, die sich Jäger nennen.

Ich sage unseren Politikern dazu :
Schluss mit dem privaten Schützenfest im Wald!



www.tatort-wald.de



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Bernhard Fricke zum Abschuss von "Bruno" / Gruß aus Kroatien zum 2. Int. Anti-Jagd-Festival