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5.5.07: 67. Anti-Jagd-Demo in Berlin




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Pressemeldung

Tierschützer fordern Bundesländer auf:
Verabschiedet tierschutzgerechte Jagdgesetze!


»Schafft die Jagd ab!« Am 5. Mai demonstrierten wieder Tier- und Naturschützer in der Hauptstadt für eine Natur ohne Jagd – zum 69. Mal. Mit unzähligen Transparenten und Sprechchören wie »Jagd und Jäger ins Museum« zogen sie über den Kurfürstendamm. Anschließend fand vor der Gedächtniskirche eine Kundgebung mit Rednern verschiedener Tierschutzorganisationen statt.

»Seit rund 70 Jahren gab es kaum Änderungen am Bundesjagdgesetz.«
(Oberbayerisches Volksblatt, Bericht über die Rede Seehofers beim Bayerischen Jägertag, 22.4.07) 1934 erließ Hermann Göring, Hitlers Reichsjägermeister, das Reichsjagdgesetz. In den westlichen Ländern der Bundesrepublik wurden zwischen 1949 und 1950 Landesjagdgesetze erlassen, die in ihren Grundzügen wesentlich dem Reichsjagdgesetz der Nationalsozialisten entsprachen; das jagdliche Brauchtum und die Trophäenorientierung wurde nicht einmal ansatzweise verändert. »In deutschen Wäldern und Fluren gelten also nicht moderne Maßstäbe von Natur- und Tierschutz, sondern Jagdtraditionen aus der Hitler-Zeit; und diese haben im 21. Jahrhundert nun wirklich nichts mehr verloren!«, kritisiert Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. Weitreichende Zerstörungen von Lebensräumen, weltweites Artensterben sowie ein gewachsenes Bewusstsein in der Bevölkerung für Tier- und Naturschutz fordern andere Gesetze als noch vor 50 oder gar 70 Jahren. Nachdem sich Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer am 21. April beim Bayerischen Jägertag in Amberg gegen eine Novellierung des Bundesjagdgesetzes in dieser Legislaturperiode ausgesprochen hat, liegt es nun an den Ländern, für eine zeitgemäßere Jagdgesetzgebung zu sorgen: Die Föderalismusreform gestattet es nämlich neuerdings den einzelnen Bundesländern, vom Bundesjagdgesetz abweichende Regelungen für das Jagdwesen zu treffen.

Bundesland Berlin: Vorreiterrolle für Tierschutz
Seit April 2003 sind in Berlin – bislang als einzigem Bundesland - so genannte Totschlagfallen gesetzlich verboten. Und seit dem 21.2.2007 werden keine Vögel, keine Hasen und keine kleinen Beutegreifer mehr geschossen: Für Wildtruthennen und -hähne, Waldschnepfen, Rebhühner, Türkentauben, Ringeltauben, Enten und Gänse, Höckerschwäne, Möwen und Blässhühner wurden die Jagdzeiten aufgehoben. Weiterhin sind Feldhasen sowie Baum- und Steinmarder, Dachse, Mauswiesel, Hermeline und Iltisse sind nun ganzjährig unter Schutz gestellt.

Die große Mehrheit der Deutschen steht der Jagd kritisch gegenüber, immer mehr Bürger fordern die Abschaffung der Jagd.
Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger treten in repräsentativen Umfragen ein für ein Verbot der Jagd auf wildlebende Tiere als Freizeitsport (Hobbyjagd), für eine Begrenzung der Jagd zugunsten des Tierschutzes, für ein Verbot der Jagd auf Zugvögel, für ein Verbot des Haustierabschusses, für ein Verbot von Totschlagfallen, für ein Verbot der Verwendung von bleihaltiger Munition, für eine verpflichtende Überprüfung der Schießleistungen von Jägern mindestens alle 3 Jahre und für eine Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften: jeder Grundeigentümer soll selbst entscheiden dürfen, ob Jäger auf seinen Ländereien jagen dürfen oder nicht. (Quellen: GEWIS-Institut 1996; GEWIS-Insitut 2002; EMNID-Institut 2003, EMNID-Institut 2004)



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Demonstrationszug über den Kudamm

Dr. Eberhard Schneider, Präsident des Vogelschutzkomitees e.V. www.vogelschutz-komitee.de 
Karin Hutter, Autorin des Buches »Ein Reh hat Augen wie ein sechzehnjähriges Mädchen«, animal public e.V. www.animal-public.de 
Tierärztin Ina Lautenschläger berichtet über Fälle aus ihrer Tierarztpraxis: von Katzen, die von Jägern mit Bleischrot beschossen wurden oder Opfer von Jäger-Fallen wurden.  


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Kundgebung vor der Gedächtniskirche

Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd, begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 67. bundesweiten Anti-Jagd-Demo und die Vertreter der vielen verschiedenen Tier- und Naturschutzorganisationen. 
Performane vor der Gedächtniskirche: »Eine Minute in der deutschen Natur« 
Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand!
In Deutschland werden jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere erschossen, erschlagen oder in Fallen grausam getötet. 5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.  
"Wir brauchen keine Jäger, die als Hobby und Freizeitvergnügen Tiere tot schießen!"

Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd weist auf aktuelle wissenschaftliche Studien hin:
"Die Natur reguliert sich selbst. In unbejagten Gebieten Europas sind Tiere und Natur im Gleichgewicht."
Dass die wahre Motivation für die Jagd die "Lust am Töten" und "Freude am Beute machen"« ist, geben die Jäger in den einschlägigen Jagdzeitschriften offen zu.
Mit dem Staatsziel Tierschutz, das seit 2002 im Grundgesetz verankert ist, ist dies wohl kaum zu vereinbaren... Und immer wieder sind in der Presse Meldungen zu lesen, dass Jäger nicht nur 5 Millionen Wildtiere schießen, sondern dass auch ca. 350.000 Haustiere und jährlich etwa 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen um Leben kommen.
 
Jäger schießen auf Menschen: Jedes Jahr etwa 40 Tote

Julia Brunke, Redaktion des Magazins "Freiheit für Tiere" berichtet: Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen. Alleine in Deutschland. Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden musste. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, der Schwager, sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Bärlauchsammler oder spielende Kinder. Den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften werden jährlich über 800 Jagdunfälle gemeldet, wobei diese Zahl sicherlich nur die Spitze des Eisbergs ist.

Aktuelle Schlagzeilen der letzten 5 Wochen:

24.3.07: Jäger erschossen - 1000 € Strafe - Tödlicher Irrtum in der Abenddämmerung. Ein Jäger wollte eine Wildsau erlegen - doch er traf seinen besten Freund. 1000 Euro Strafe muss Joachim L. ans Gericht zahlen - 1000 Euro für das Leben seines Kumpels Michael H.

27.3.07: Jäger erschießt Ehefrau und sich - Ein 77-jähriger Mann hat in einem Dorf im Taunus erst seine Ehefrau erschossen und dann sich selbst. Der Ehemann war nach Polizeiangaben Jäger und besaß für die Jagd mehrere Schusswaffen - eine davon benutzte er offenbar für die Tat.

2.4.07: Jäger erschießt Ehefrau - Ein 75-jähriger Landwirt hat in der Nacht zum 01. April 2007 in Geckenheim/Lkrs. Neustadt/Aisch-Bad Windsheim seine 68-jährige Ehefrau getötet. Der Mann war als Jäger rechtmäßiger Besitzer mehrer Schusswaffen.

11.4.07: Waffen im Haus erhöhen Selbstmordrate - In einer US-weiten Studie haben Harvard-Forscher den Einfluss von Schusswaffenbesitz auf die Zahl der Selbstmorde untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Je mehr Waffen verfügbar sind, desto mehr Menschen nehmen sich das Leben - unabhängig von der Suizidart.

16.4.07: Haftverschonung für Totschläger - Vor zwei Wochen erst hatte Jäger Rudolf K. vermutlich seine Frau Helga erschossen - und nun sollte er auf richterlichen Beschluss wieder in sein Haus einziehen. Die Familie des Mannes alarmierte nach der Rückkehr-Ankündigung sofort die Polizei. Sie fühle sich bedroht von dem passionierten Jäger. Er war rechtmäßig im Besitz mehrerer Waffen, die nach einer gründlichen Durchsuchung des Hofes bei Bad Windsheim sichergestellt worden waren. Dennoch fuhren nochmals drei Streifenwagen an dem Anwesen vor. Die Beamten durchsuchten es - und fanden tatsächlich in der Scheune eine geladene Waffe nebst 1000 Schuss Munition.

30.4.07: Versehenlich beinahe Nachbar erschossen - Der Jäger befand sich mit der geladenen Waffe auf seiner Terrasse. Aus Versehen drückte er den Abzug und es löste sich ein Schuss. Das Geschoss prallte ab und flog weiter durch eine Balkontür in eine Wohnküche im dritten Stock. Dort schlug es dann an der Wand auf - nur einen Meter oberhalb eines Sofas, auf dem sich gerade ein nichtsahnender Nachbar des Schützen befand.

1.5.07: Jäger bei Fuchsjagd abgestürzt - tot -
Bei der Jagd ist ein 66-Jähriger tödlich verunglückt. Er dürfte bei der Jagd kopfüber von einem Felsen gestürzt sein. Der 66-jährige hatte Jungfüchsen nachspüren wollen.

Meldungen über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2007  
Tierärztin Ina Lautenschläger berichtet über Haustiere, die Jägern zum Opfer fallen: In Deutschland werden Jahr für Jahr etwa 300.000 Hauskatzen und an die 40.000 Hunde von Jägern erschossen, erschlagen oder in Fallen gefangen.  
Dominik Storr, Rechtsanwalt berichtet von der neuen Bürgerbewegung "Zwangsbejagung ade!": Immer mehr Grundeigentümer setzen sich gegen die menschenrechtswidirge Zwangsbejagung ihres Besitzes zur Wehr.
www.zwangsbejagung-ade.de
 
Dr. Eberhard Schneider, Präsident des Vogelschutzkomitee e.V. berichtet über einen wichtigen Erfolg für den Tierschutz: Das Bundesland Berlin hat einen erfreulichen wie mutigen Schritt im Sinne des Natur- und Artenschutzes unternommen. Nachdem seit einigen Jahren schon die Fallenjagd in der Hauptstadt verboten ist, werden endlich auch Vögel von der Jagd verschont: Mit der "Verordnung über jagdbare Tierarten und Jagdzeiten" wurden die Jagdzeiten aufgehoben aufgehoben für: Wildtruthennen und- hähne, Waldschnepfe, Rebhuhn, Türkentaube, Ringeltaube, alle Enten und Gänse, Höckerschwan, Möwen und Blässhuhn.
Neben dieser erfreulichen Tatsache können sich nun aber auch die "pelzigen" Wildtiere wie Baum- und Steinmarder, Dachs, Mauswiesel, Hermelin, Iltis und Feldhase über eine ganzjährige schussfreie Zeit freuen.
Diese Entscheidungen sind aufgrund der bedenklichen Bestandesentwicklung einiger der genannten Arten sehr zu begrüßen und werden den anderen Landesregierungen wärmstens zur Nachahmung empfohlen!
www.vogelschutzkomitee.de 
Boris Bürgel berichtet über die grausame Jagd auf Füchse - sogar Jungfüchse werden am Bau abgeknallt oder erschlagen. 
Frank-Michael Malchow, Tierrechtler aus Berlin, hat als Zollbeamter beruflich mit dem Thema Artenschutz zu tun hat. Er prangert den weltweiten Jagdtourismus und den Schmuggel von Trophäen streng geschützer Tiere an. 
Barbara Hohensee, Sprecherin von AKTE - Arbeitskreis Tierrechte und Ethik, spricht der Jagd von Menschen auf Tiere jede Berechtigung ab. 
Stefan Bernhard Eck, Gründer und Sprecher von AKTE, läutet den Start der Deutschland-Fahrradtour gegen Massentierhaltung ein.
www.tierrechteportal.de 


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2.6.07: »Natur ohne Jagd« in Frankfurt / 31.3.07: »Natur ohne Jagd« in München