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5.1.08 in Frankfurt: 75. Anti-Jagd-Demo

Bis heute ungeklärt: Wer erschoss Bär Bruno? - Die Namen der Bruno-Töter werden bis heute wie ein Staatsgeheimnis gehütet. 


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Kundgebung auf dem Römer



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Treibjagd auf dem Römer



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Redner

Kurt Eicher begrüßt die angereisten Tier- und Naturschützer aus ganz Deutschland:
- Mitsteiterinnen und Mitstreiter der Allianz für Tierrechte
- Die internationale Tierrechtsorganisation PETA mit Dr. Edmund Haferbeck
- Die Hans-Rönn-Stiftung „Menschen für Tiere“ mit ihrem Vorsitzenden Prof. Dr. Wolfgang Karnowsky
- Das Vogelschutzkomitee e.V. mit seinem Präsidenten Dr. Eberhard Schneider
- A.K.T.E. - Arbeitskreis Tierrechte und Ethik mit ihrem Sprecher Stefan Bernhard Eck
- Verein Natur ohne Jagd e.V.
- Heimat für Tiere e.V.
- die Bürgerinitiative »Zwangsbejagung ade«
- Unabhängige Tierschutzunion Deutschlands
- Tierversuchsgegner Heilbronn
- Tierschutzverein Heppenheim und Umgebung e.V.
- TUN - Tier- und Naturschutz mit seinem Präsidenten Hans-Jürgen Lutz

- Feministische Partei DIE FRAUEN mit ihrer Bundesarbeitsgemeinschaft Tierrechte
- Vertreterinnen und Vertreter der Tierschutzpartei Mensch - Umwelt - Tierschutz, sowohl aus dem Bundesvorstand, wie auch vom Landesverband Hessen
u.a.m  
Am 27. Januar wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt.
Das Aktionsbündnis »Natur ohne Jagd« hat sich mit seinen
»Forderungen für die Novellierung der Landesjagdgesetze« und den Konzepten »Natur ohne Jagd« an Ministerpräsident Koch (CDU), das Hessische Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie alle Abgeordneten des hessischen Landtages gewendet.  
Dr. Edmund Haferbeck, Agrarwissenschaftler, Rechtsberater und Vertreter der internationalen Tierrechtsorganisation PETA, berichtet in einer mitreißenden Rede über den Mord an Bär Bruno. Die Fakten, die Dr. Haferbeck aus PETA vorliegenden Akten enthüllt, muten an wie ein Krimi...  
Dominik Storr, Rechtsanwalt, Vertreter der Bürgerinitiative „Zwangsbejagung ade“, berichtet: Immer mehr Grundeigentümer wehren sich gegen die menschenrechtswidrige Zwangsbejagung ihres Besitzes. www.zwangsbejagung-ade.de 
Stefan Bernhard Eck, Bundesvorsitzender der Tierschutzpartei Mensch - Umwelt - Tierschutz www.tierschutzpartei.de tritt für eine Natur ohne Jagd ein. 
Prof. Dr. Wolfgang Karnowsky, Vorsitzender der Hans Rönn-Stiftung „Menschen für Tiere“
Rede lesen 
Dr. Eberhard Schneider, Präsident des Vogelschutzkomitees, beleuchtet die Situation des Jagdgesetzgebung in Hessen macht die Forderungen des Vogelschutzkomitees für eine Novellierung des Landesjagdgesetzes deutlich. www.vogelschutz-komitee.de 
Hans-Jürgen Lutz, Präsident von T.U.N. - Tier- und Naturschutz deckt Jägerlatei auf. 


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»Natur ohne Jagd« auf dem Römer

Kostenlos für alle Teilnehmer: Leckere vegetarische Kürbissuppe 


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Rede von Prof. Dr. Karnowsky

Prof. Dr. Karnowsky, Allianz für Tierrechte, Politischer Arbeitskreis Tierrechte in Europa e.V. und Hans-Rönn-Stiftung - Menschen für Tiere (die beiden letzteren mit Sitz in Düsseldorf)

Sa., 5. Januar 2008 in Frankfurt:

75. bundesweite Demonstration »Natur ohne Jagd«
anlässlich der Landtagswahlen am 27.1.2008:
Forderung an das Land Hessen zur Novellierung des Landesjagdgesetzes!
Demonstrationszug durch die Frankfurter Innenstadt
und Großkundgebung auf dem Römer



(Eine von mehreren Reden für eine) Natur ohne Jagd

1. Salzburg 2007 oder Carl Maria von Weber und der Freischütz heute
Bei den letzten Salzburger Festspielen im Juli und August 2007 wurde die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber völlig neu inszeniert. Eine gute Inszenierung! Warum?
Der Regisseur Schlingensief hat in Salzburg die gesamte Jägerschaft endlich so auf die Bühne gestellt, wie wir sie immer in den schon 75 Kundgebungen für eine „Natur ohne Jagd“ gewertet haben.
Vergleichen Sie jetzt das Folgende mit dem an dieser Stelle häufig zitierten Buch des Psychotherapeuten Paul Parin über das Seelenleben der Jäger! Endlich haben wir auch eine realistische Verjüngungskur für einen jetzt nicht mehr angestaubten Opern-Klassiker von 1821!
Das Opern-Geschehen in den Wäldern kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in die Gegenwart verlagert. Der Held erscheint in Springerstiefeln als Waffenfanatiker. So verkörpert die Wolfsschlucht, die ja früher oft zur Burleske mit Lodenjacken und Qualmeffekten verkam, ein Aktionsarsenal für militante Typen mit gewaltsamen und auch sexuellen Exzessen. Eine schwarze, ja auch eine erotische Messe feiern die blutdürstigen Jäger in übelster Kraftmeierei. Mir fällt dazu der uns nur zu gut bekannte Lustjäger ein, jener CSU-Landtagsabgeordneter, gegen den wir kürzlich in München auf die Strasse gingen. Eine Zivilkammer des Landgerichts München I hat mir im Oktober 2007 das Recht gegeben, heute so zu zitieren: „Er - Jürgen Vocke MdL - töte aus Lust“.
Samiel, der schwarze Jäger in dieser Freischütz-Inszenierung, erscheint gar als ein Kirchenmann, so dass ich heute an jenen prominenten Ordenspriester Pater Lambert Zauner aus Oberösterreich erinnern sollte, dessen jahrelanges Freizeitvergnügen nur die Jagd war und der ausgerechnet beim Verladen des von ihm geschossenen Rehs in seinen Kofferraum im November 2007 einen tödlichen Herzinfarkt erlitt. So stand es am 4.12. 2007 in einer Linzer Tageszeitung (=OÖN) mit vielen Details zu lesen. Dieser Jäger-Theologe wurde vor 14 Tagen in der weltbekannten Benediktinerabtei Stift Kremsmünster beigesetzt.
Der Freischütz mutiert überzeugend zu einem Antijägerstück, weil Jäger und Schützen zu einer militärischen Einheit werden. Die Jäger schlüpfen in Salzburg in die Rollen von sog. Elitesoldaten, um dann in abstoßenden Paradeuniformen den Jägerchor mit den schmetternden Hörnern zum Besten zu geben. Die Oberflächlichkeit jeder Jagdidylle wird endlich zur Kenntlichkeit entstellt.
Die Freischützgeschichte, wie sie mir noch im Musikunterricht mit dem ideologischen Hintergrund vom edlen Waidwerk vor wildromantischer Kulisse vermittelt wurde, zeigte sich in Salzburg als ein echter Anti-Jagd-Thriller! Warum?
Max, ein Jägerbursche, soll Agathe, die Tochter des Erbförsters heiraten. Doch vor der Ehe muss der junge Mann eine Schießprüfung bestehen. Max’ Schießkünste schwinden mit dem Näherrücken der Prüfung. Die für mich noch immer substanzvolle Klangästhetik überdeckt etwas, dass Max dem leibhaftigen Teufel bei der Arbeit zusieht.
Wir heutigen Kundgebungsteilnehmer sehen hier die Nähe des Teufels zu jedem Jagdzauber.
Also, um es heute abzukürzen: In der Wolfsschlucht ist was los. Die Hölle tut sich auf! Diese Hölle ist bevölkert. Mit wem? Mit Jägern, aber eben nicht nur in den Jahrhunderten, in denen die Oper spielt oder uraufgeführt wurde.
Deswegen sind wir ja heute alle nach Frankfurt zur Kundgebung für eine Natur ohne Jagd gekommen.

2. Dresden 1985 oder Honecker und der Freischütz
Es hat doch auch seinen triftigen Grund, warum DDR-Diktator Erich Honecker, der während seiner Amtszeit als einziges sog. Hobby die fast wöchentliche Jagd hatte, gerade den Freischütz in einer traditionellen Interpretation als seine Wunschoper unterstützte und das bei der Wiedereröffnung der Semperoper in Dresden nach seinem Premierenbesuch am 13.02.1985, eben des Freischütz allen deutschen Jägern zu erkennen gab.

3. Mielkes Kommandozentrale 2007 und ein kroatischer Wildschweinjäger
Vor acht Wochen war ich auf einer wissenschaftlichen Studienreise in Berlin und durfte mich als Jurist in der Stasizentrale der Ostberliner Normannenstr. unter Führung eines Historikers von der Birthler-Behörde auch im Allerheiligsten der Stasi, dem Amtszimmer von Stasi-Chef Erich Mielke umsehen. Ein Fachmann für Aufklärung der Stasiverbrechen zeigte mir, dem Kriminologen den Schreibtisch, an dem Mielke die Todesurteile oder Folteranweisungen für sog. Abtrünnige, Spione oder sog. Überläufer unterschrieb.
Worauf fiel dabei mein Blick in dem seit der Wende unveränderten Raum?
Auf ein Foto von Mielke mit seinen führenden Stasikameraden bei der Jagd in der Schorfheide bei Berlin - vor sich die Jagdbeute. Das haben nicht Kurt Eicher oder Julia Brunke im Nachhinein so dekoriert.
Ganz aktuell zu diesem Aspekt meldet jetzt die FAZ, dass der kroatische Innenminister Kirin in dieser Woche zurücktreten musste, weil er zusammen mit einem vom Haager Kriegsverbrechertribunal Angeklagten, einem Mörder-General bei der Wildschweinjagd in der Nähe von Rijeka an der Adria fotografiert wurde! (FAZ vom 31. 12. 2007, Seite 4).

4. Eichendorffs 150. Todestag 2007
Vor wenigen Wochen wurde mit großem Medienecho der 150. Todestag des bekanntesten Dichters der Romantik Josef von Eichendorff erinnert (26.11.1857).
Wer kennt sie nicht, seine trauten Zeilen, die ich fast täglich auch in den Todesanzeigen meiner Lokalzeitung wiederfinde. Als ich aus diesem Anlass noch einmal in seinem Werk las, fiel mir auf, dass die geheimnisvolle Tiefe des rauschenden Waldes zuweilen von dem Dichter Eichendorff durch etwas angezeigt wird, was leider im symbolhaften Kontext als positiv erscheint:
Das Jagdhorn einer Jägermeute!
Das Jagdhorn klingt mir in dieser Dichtung zu oft von nah und fern und löste bei mir ein Erschrecken aus. Vorbei war es mit meiner Faszination durch die so ansprechende, rätselhafte Natur in den schönen Texten der Hochromantik mit ihrer Waldeinsamkeit und spirituellen Nähe zum Jenseitigen.

Als ich diese Rede schrieb, bekam ich eine Mail von Edgar Guhde, meinem Düsseldorfer PAKT-Vorsitzenden, in der es bei ihm richtigerweise heißt:

„Es kann nicht angehen, dass der ferne Wald emotional dem nahen Wesen Tier vorgezogen wird“.


Ja, das möchte ich heute denen entgegenhalten, die als Jäger behaupten, gerade sie liebten ihren Wald. Deren Welt ist nicht meine Welt.

Ich möchte mit einem Rätsel enden und dabei auf den Romantiker Eichendorff zurückkommen.

Einige von Eichendorffs eindruckvollsten Verse lauten:

Schläft ein Lied in allen Dingen, // Die da träumen fort und fort // Und die Welt hebt an zu singen, // Triffst du nur das Zauberwort.

Eichendorff lässt das Lösungswort offen.

Ich meine, dieses Zauberwort in unserer jungen, dynamischen Bewegung für eine
Natur ohne Jagd gefunden zu haben.

Die Lösung des Rätsels lautet:
„Friede für Mensch und Tier.“



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9.2.08 in Dortmund: Protest gegen Jagdmesse / 22.12.07 in Trient: Fackelzug für Bärin Jurka